Aachen

Die ersten Stadtfotos, die ich hier zeige, sind in Aachen entstanden. Mit dieser Stadt fühle ich mich eng verbunden, da ich als Kind drei Jahre im bischöflichen Konvikt „Haus Eich“ am Stadtrand lebte und das Kaiser-Karls-Gymnasium in der Innenstadt besuchte. Ich erinnere mich noch heute an den Weg von der Schule über den Markt zur Bushaltestelle am Elisenbrunnen oder am damaligen Kaufhaus Horten. Eine weitere Vertiefung dieser Beziehung ergab sich während meiner beruflichen Tätigkeit im Polizeipräsidium Aachen in den Jahren 1999 bis 2003. In dieser Zeit entstanden Freundschaften, sodass meine Frau und ich die Stadt bis heute regelmäßig besuchen.

Trotz dieser biografischen Bezüge finden sich nur wenige Fotografien aus Aachen in meinem Archiv. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass ich nur selten gezielt zum Fotografieren in die Stadt gekommen bin. Entsprechend beschränkt sich das Aachener Konvolut auf wenige Straßenszenen, etwa auf den Besucher des „Milou-Katzencafés“ in der Alexanderstraße oder auf einen Maronenstand in der Vorweihnachtszeit in der Großkölnstraße. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen dauerte die Corona-Pandemie noch an und man sieht deshalb Passanten mit Masken. Selbst die Figuren am Brunnen "Kreislauf des Geldes" tragen welche.

Wenn ich die Präsentation der Stadtfotos dennoch mit Aachen beginne, liegt dies nicht an der Stellung der Stadt im Alphabet. Die Fotos verdeutlichen vielmehr die Methodik, mit der ich Stadtfotografie betreibe: zum einen die Konzentration auf Motive abseits touristischer Hotspots, zum anderen der Versuch, Fotos zu machen, die für die jeweilige Stadt charakteristisch sind.

Für Aachen charakteristisch ist die große Zahl von Kirchen im Stadtgebiet. Während meiner (kurzen) Schulzeit in Aachen führte mich oft der Weg vom Kaiser-Karls-Gymnasium zur Bushaltestelle über die Großkölnstraße; dort befindet sich die Kirche St. Nikolaus, die heute als ökumenische Citykirche genutzt wird. Die ehemalige Klosterkirche der Franziskaner wurde 1327 geweiht und weist eine wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte auf, die exemplarisch für die religiöse und stadtgeschichtliche Entwicklung Aachens steht.

IIm Rahmen meiner Stadtfotografie beziehe ich regelmäßig auch Friedhöfe ein, da sich an ihnen zentrale Aspekte der Stadt- und Sozialgeschichte sowie der lokalen Erinnerungskultur verdichten. Aus Aachen werden Fotografien vom Friedhof Güldenplan und vom Ostfriedhof Aachen gezeigt. Der Friedhof Güldenplan ist der älteste evangelische Friedhof in Aachen und wurde 1605 angelegt. Seit 1889 wird er nicht mehr belegt und ist heute in den Stadtgarten integriert. Der Aachener Ostfriedhof, 1803 auf Veranlassung der französischen Munizipalitätsregierung angelegt, gilt als ältester Friedhof der neueren Stadtgeschichte. Er befindet sich im Osten des Stadtgebietes und gehört geografisch zum Nordviertel.

City-Kirche St. Nikolaus
Friedhof Güldenplan
Ostfriedhof