

Fotografie begleitet mich seit meiner Kindheit. Die folgenden Zeilen erzählen von den Orten, Erinnerungen und Erfahrungen, aus denen sich mein fotografischer Blick entwickelt hat und die meine Arbeit bis heute beeinflussen.
Über mich
Geboren wurde ich 1954 in Uerdingen am Rhein, aufgewachsen bin ich im Krefelder Stadtteil Linn. Seit 2009 lebe ich mit meiner Frau in Duisburg. Der Niederrhein und das Ruhrgebiet sind die Landschaften meines Lebens. Sie prägen meine Erinnerungen ebenso wie meine fotografische Arbeit.
Meine ersten fotografischen Erfahrungen machte ich im Alter von zwölf Jahren mit der 4×4-Rollfilmkamera meines Vaters, einer Leidox der Firma Leidolf. Die Burg Linn, der Rheinhafen und das Rheinufer gehörten zu meinen frühen Motiven. Später durfte ich während unserer Familienurlaube im Schwarzwald die Erinnerungsfotos aufnehmen. Mit sechzehn Jahren erhielt ich meine erste Spiegelreflexkamera, eine EXA 500 aus Dresden. Viele der Bilder, die damals entstanden, zeigen im Rückblick bereits Themen und Motive, die mich bis heute begleiten.
Der Wunsch, Fotograf zu werden, erfüllte sich nicht. Nach einer Ausbildung zum Drogisten führte mein beruflicher Weg zunächst zur Polizei. Von 1973 bis 2003 war ich in unterschiedlichen Funktionen tätig, zuletzt als Polizeidirektor im Polizeipräsidium Aachen. Anschließend wechselte ich an die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, heute Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. Dort arbeitete ich als Dozent, Vizepräsident und schließlich Präsident der Hochschule.
Während all dieser Jahre blieb die Fotografie ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Als unsere Tochter 1980 und unser Sohn 1983 geboren wurden, standen Familienfotos und Reiseerinnerungen im Mittelpunkt. Die ersten Lebensjahre unseres Enkels wurden bereits mit einer Digitalkamera dokumentiert. Seitdem fotografiere ich ausschließlich digital.
Seit meinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2019 hat die Fotografie einen noch größeren Stellenwert erhalten. Sie ist für mich längst mehr als ein Hobby. Fotografieren, Bilder bearbeiten, Fotobücher studieren, Ausstellungskataloge sammeln und fotografische Literatur lesen gehören heute zu meinem Alltag. Meine Bibliothek umfasst inzwischen mehr als tausend Bücher zur Geschichte, Theorie und Praxis der Fotografie.
Erinnerungen, Erfahrungen, Gefühle
„Die Entwicklung einer eigenen Bildsprache ist eng an die Persönlichkeit des Fotografen gebunden – seine individuellen Erfahrungen, Erinnerungen, Gefühle, Gedanken und Visionen.“
(Heidi Mertens & Robert Mertens: Inspiration. Bonn: Rheinwerk Verlag, 2020, S. 56)
Dieses Zitat beschreibt treffend mein Verständnis von Fotografie. Viele Motive, die mich heute interessieren, haben ihre Wurzeln in frühen Erfahrungen. Wenn ich ältere und aktuelle Fotografien miteinander vergleiche, erkenne ich wiederkehrende Themen, Blickwinkel und Bildideen. Manche Motive begleiten mich seit mehr als fünf Jahrzehnten.
Erinnerung I
Diese Fotos habe ich im Alter von 17 Jahren im kleinen Städtchen Gengenbach mit meiner ersten Spiegelreflexkamera gemacht. Benutzt habe ich den Diafilm Agfa CT 18. Die Dias wurden digitalisiert und in Lightroom in Schwarzweiß konvertiert.








Die folgenden Aufnahmen entstanden am gleichen Ort mit der Digitalkamera Leica Monochrom und einem Summarit 2.4/35 mm ASPH.








Die Gegenüberstellung zeigt Aufnahmen, die im Abstand von fünfzig Jahren entstanden sind. Sie verdeutlicht, wie konstant sowohl die Orte als auch mein fotografisches Interesse geblieben sind. Bestimmte Motive begleiten mich seit Jahrzehnten. Manche verlieren ihre Anziehungskraft nie.